Blitzschutzanlagen: Sach- und Personenschäden vorbeugen

von Christian Bähr

 

Die vorrangige Gefahr sind Sachschäden, die durch die große Hitze (Entladungsströme von > 100.000 A) des Blitzes verursacht werden. Die häufigste Folge sind Brände. Darüber hinaus kann die Hitze Feuchtigkeit, ätherische Öle oder bestimmte Harze in Baustoffen explosionsartig erhitzen, was ebenfalls zur Zerstörung eines Gebäudes führen kann. Um Bauten gegen direkte Blitzeinschläge zu schützen, gibt es den äußeren Blitzschutz. Ein weiteres Problem bei einem Blitzeinschlag ist das starke elektromagnetische Feld, das sich rund um die Einschlagsstelle herum ausbreitet. Der Blitz kann sich in Elektroleitungen oder leitende Metallteile einkoppeln und induziert durch seine hohen Impulsströme, Sekundärspannungen und -ströme, die so technische Geräte und Anlagen, die an diesen Leitungen angeschlossen sind, stören und im Grenzfall auch zerstören kann. Dies betrifft sowohl den privaten als auch den öffentlichen Bereich, wo Telefonleitungen gestört oder die Stromversorgung für den Nahverkehr unterbrochen werden können. Gegen Schäden innerhalb von Gebäuden hilft der innere Blitzschutz, der einen Überspannungsschutz darstellt. In der neuen DIN VDE 0100-443 wird seit dem 1.Oktober 2016 auch in Wohngebäuden ein Überspannungsschutz gefordert.

Äußerer und innerer Blitzschutz

Um das Risiko eines Blitzeinschlags und damit die Ansprüche an den Blitzschutz zu definieren, gibt es vier verschiedene Blitzschutzklassen, die sich durch eine Risikoanalyse nach VDE 0185-305-2 (IEC 62305-2) ermitteln lassen. Das örtliche Risiko wird mithilfe der drei Faktoren Häufigkeit von Blitzeinschlägen, Wahrscheinlichkeit eines Schadens und mögliche Schadenshöhe errechnet. Alternativ wird das Risiko anhand statistischer Daten bestimmt, etwa durch die Schadensstatistik verschiedener Sachversicherungen. Hilfestellungen zur Berechnung der Blitzschutzklasse gibt es auch in den Beiblättern zur DIN EN 62305-2. Entsprechend der Schutzklasse werden Maßnahmen zum Blitzschutz ergriffen. Der äußere Blitzschutz verhindert, dass der Blitz direkt in ein Gebäude oder Bauwerk einschlägt und besteht im Wesentlichen aus drei Teilen:

  • Die Fangeinrichtung nimmt den Blitzeinschlag auf
  • Über die Ableitungen wird die Energie ins Erdreich abgeführt
  • Die unterirdische Erdungsanlage verteilt den Blitzstrom

Der innere Blitzschutz ist ein Überspannungsschutz, der Schäden an technischen Einrichtungen und elektrischen Geräten verhindert. Ein mehrstufiger Überspannungsschutz sorgt dafür, dass Geräte im Haushalt oder in der Produktion bei einem Blitzeinschlag nicht zerstört werden. Aufgrund der hohen Energie, die von Blitzeinschlägen ausgeht, ist der innere Blitzschutz auch dann hilfreich, wenn in einem Radius von ca. 2 km der Blitz einschlägt.

Blitzschutzanlagen vom Fachmann

Um die Gebäudesicherheit zu gewährleisten, sollten bereits in der Planungsphase die erforderlichen Blitzschutzmaßnahmen berücksichtigt werden. Im Sinne des vorbeugenden Brandschutzes plant unser Ingenieurbüro Blitzschutzanlagen. Die durchdachte Installation eines inneren und äußeren Blitzschutzes kann sowohl Personen- als auch Sachschäden vermeiden helfen. Gerne informieren unsere Ingenieure Sie über individuelle Möglichkeiten des Blitzschutzes.

 

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