Brandmeldeanlagen: Mehr Sicherheit in Gebäuden

von Christian Bähr

 

Die Brandmeldeanlage ist Teil des vorbeugenden Brandschutzes, empfängt Ereignisse von verschiedenen Brandmeldern und leitet sie an die Brandmeldezentrale (BMZ) weiter. Diese wertet die Daten aus und reagiert entsprechend. Üblicherweise werden verschiedene Aktionen ausgelöst, zum Beispiel:

 

  • direkte Weiterleitung an die Feuerwehr oder an die Leitstelle, damit diese die örtliche Feuerwehr alarmiert
  • interner Alarm, um Falschalarm auszuschließen
  • Alarm zur Räumung des Objekts
  • Öffnen der Einrichtungen zur Rauchableitung
  • Auslösen von Löschanlagen
  • Ansteuerung von Aufzügen

 

Die Brandmeldezentrale (BMZ) ist der zentrale Bestandteil einer Brandmeldeanlage. Meist ist dort eine Steuereinheit mit einem sogenannten Feuerwehrbedienfeld gekoppelt, das nach DIN 14675 genormt ist und der Feuerwehr einen schnellen Überblick über die Situation vor Ort erlaubt. Die DIN 14675 beschreibt die Voraussetzungen für Brandmeldeanlagen, die eine direkte Alarmierung der Feuerwehr beinhalten. Durch die Schaltung von Brandmeldern in Gruppen oder Schleifen kann der Brandherd schnell lokalisiert werden. Bei Bauarbeiten wie Schweißen muss die entsprechende Schleife abgeschaltet werden, um einen Falschalarm zu vermeiden. Moderne Systeme erlauben die Abschaltung einzelner Brandmelder.

Mögliche Brandmeldesysteme als Bestandsteil von Brandmeldeanlagen

Unterschieden wird bei Brandmeldern zwischen manueller und automatischer Auslösung. Automatische Brandmelder detektieren Rauch, Gas, Wärme oder Flammen und melden entsprechende Ereignisse an die Brandmeldeanlage. Mögliche automatische Brandmeldesysteme sind:

 

  • Rauchmelder (photoelektrische Rauchmelder stellen Rauchentwicklung durch Aussenden eines Lichtstrahls fest, Ionisationsmelder arbeiten mit einem radioaktiven Strahler)
  • Rauchgasmelder (reagieren auf einen Anstieg von Kohlenmonoxid, Kohlendioxid und anderen Rauchgasen)
  • Wärmemelder (stellt schnelle Temperaturanstiege und ein Übersteigen festgelegter Höchsttemperaturen fest)
  • Flammenmelder (detektieren typische Emissionen von Ultraviolett bis Infrarot)

 

Werden verschiedene Sensorsysteme für die Ortung von Bränden kombiniert, handelt es sich um einen Mehrsensor-Brandmelder. Dieser reduziert das Risiko von Täuschungsalarmen. Manuelle Feuermelder sind oft als Ergänzung zur automatischen Meldung vorhanden. Hierbei muss von Hand ein Alarmknopf betätigt werden, der durch eine Glasscheibe gesichert ist.

Normgerechte Installation nach Richtlinien der Feuerwehr

Brandmeldeanlagen sind häufig in Gebäuden besonderer Art und Nutzung wie Schulen, Versammlungsräumen, Krankenhäusern, Industriehallen oder Flughäfen zu finden. Oft geht die Installation auf eine Forderung des Bauordnungsrechts zurück, das für die Sicherheit in diesen besonderen Gebäuden die Installation einer Brandmeldeanlage vorsieht. Auch aus versicherungstechnischen Gründen kann eine Brandmeldeanlage installiert werden und sich positiv auf die Versicherungsprämie auswirken. Werden Brandmeldeanlagen nach DIN 14675 geplant und montiert, müssen die technischen Aufschaltbedingungen (TAB) der Landkreise berücksichtigt werden. Diese werden in der Regel von der örtlichen Feuerwehr veröffentlicht und definieren die zwingend notwendigen Aufschaltbedingungen für die normgerechte Planung, Montage und Instandhaltung der BMA. Firmen und Ingenieurbüros, die mit der Planung, dem Bau oder der Wartung einer solchen Anlage betraut werden, müssen eine Zertifizierung gemäß DIN 14675 aufweisen. Nur wenn die Technischen Aufschaltbedingungen eingehalten wurden, erfolgt die Abnahme der Brandmeldeanlage.

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