Gaslöschanlagen ermöglichen effektive Brandbekämpfung

von Christian Bähr

Gaslöschanlagen – Feuerbekämpfung durch Sauerstoffentzug

Um ein Feuer effektiv zu bekämpfen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum anlagentechnischen Brandschutz gehört neben der Errichtung von Sprinkleranlagen auch die Installation von Gaslöschanlagen. Ihr vorrangiger Zweck ist es, einem Feuer Sauerstoff und damit seinen Nährboden zu entziehen. Gaslöschanlagen sind besonders geeignet für Räume, in denen der Einsatz anderer Löschmittel wie Wasser, Schaum oder Pulver einen zu großen Schaden anrichten würde. Sie werden daher bevorzugt in Server-Räumen oder EDV-Anlagen eingesetzt, aber auch in kulturellen Einrichtungen wie Bibliotheken und Archiven, in denen Löschwasser einen erheblichen Schaden an Büchern oder Dokumenten anrichten würde. Da es sich um einen flüchtigen Stoff handelt, ist Gas nur für den Brandschutz in einzelnen Räumen oder in geschlossenen Schutzbereichen geeignet. Lediglich Kohlendioxid ist zusätzlich für den Objektschutz geeignet und kann gezielt Brände an Druck- oder anderen Maschinen löschen.

Gaslöschanlagen bekämpfen und löschen Brände wirkungsvoll

Für die Brandbekämpfung können verschiedene Gase eingesetzt werden. Die Entscheidung für oder gegen ein Gas hängt unter anderem von den erwarteten Brandklassen und dem Personenverkehr am Brandort ab. Ziel des Gaseinsatzes ist es, den Sauerstoffgehalt der Umgebung so weit abzusenken, dass das Feuer erstickt wird. Auch physikalische und chemische Effekte wie der Wärmeentzug oder das Erzielen einer Kettenabbruchreaktion sind beim Einsatz von Gaslöschanlagen erwünscht. Bei den meisten Bränden ist es ausreichend, etwa ein Drittel des vorhandenen Luftvolumens durch Löschgas zu ersetzen.

Kohlendioxid – effektives Löschverhalten

Kohlendioxid ist als Löschmittel in Gaslöschanlagen sehr beliebt. Es ist günstig und leicht zu beziehen. Bei der Lagerung unterscheidet man zwischen Hochdruck- und Niederdruck-Löschanlagen. Für große Objekte bietet sich die Installation einer Niederdruck-Löschanlage an, da die Lagerung des benötigten Gases in einem einzigen Behälter stattfinden kann, der mehrere Tonnen Kohlendioxid fasst. CO2-Löschanlagen sind nicht für alle Brandklassen gleich gut geeignet. Ihr volles Potenzial schöpfen sie in den Brandklassen B und C aus. Allerdings ist der Einsatz von Kohlendioxid mit gesundheitlichen Risiken verbunden. In löschmitteltauglicher Konzentration ist Kohlendioxid immer lebensbedrohlich toxisch. Das Betreten von CO2-gefluteten Räumen ist also nur mit ausreichenden Atemschutzeinrichtungen möglich. Durch Kondensation an den Austrittsdüsen entsteht in Räumen, die mit Kohlendioxid gelöscht werden, dichter Nebel. Dieser erschwert das Auffinden von Fluchtwegen. Um das Risiko von gesundheitlichen Schäden durch eine Gaslöschanlage mit Kohlendioxid gering zu halten, helfen akustische und optische Warnsignale, vor dem Beginn der Gaszufuhr zu warnen.

Inertgase reduzieren gesundheitliche Risiken

Inertgase umfassen eine Reihe von Gasen mit verschiedenen Eigenschaften. Neben Argon gehört auch Stickstoff zu dieser Gruppe. Als Mischformen verschiedener Gase werden auch Argonite und Inergen eingesetzt. Argon ist ein Edelgas, das sich zur Bekämpfung von Bränden der Brandklasse D eignet. Wie Kohlendioxid werden auch Inertgase eingesetzt, um einem Brand Sauerstoff zu entziehen. Stickstoff kann zudem auch präventiv eingesetzt werden, um in brandgefährdeten Bereichen das Ausbreiten eines Feuers zu verhindern. Die Mischung verschiedener Gase dient der Optimierung des Löschmittels hinsichtlich seiner Löscheigenschaften bei gleichzeitiger Gesundheitsverträglichkeit.

Funktionsweise von Gaslöschanlagen

Existiert eine Gaslöschanlage, gibt es in diesem Bereich auch Brandmelder, die über optische und thermische Sensoren verfügen. Registriert ein Brandmelder ein Feuer, leitet er die Information an die Brandmelderzentrale weiter. Diese löst die Gaslöschanlage aus. Neben der automatisierten Brandmelderzentrale kann die Gaslöschanlage normalerweise auch manuell ausgelöst werden. Das Löschsystem reguliert über Ventile die Gaszufuhr, sodass ausschließlich betroffene Bereiche mit dem Gas geflutet werden. Da die meisten eingesetzten Gase schwerer sind als Sauerstoff, kommt es zu einer schnellen Durchmischung der vorhandenen Luft mit dem Löschgas, was den Löschvorgang beschleunigt. Um die Gesundheitsgefahren für Menschen zu reduzieren, kommen akustische und optische Warnsysteme zum Einsatz, die den Gaseinsatz ankündigen und es Betroffenen ermöglichen, sich in Sicherheit zu bringen.

Brandschutz optimieren, Werte erhalten

Der anlagentechnische Brandschutz ist ein zentrales Thema bei der täglichen Arbeit eines Ingenieurbüros. Vor der Installation einer Löschanlage müssen verschiedene Faktoren zum Gebäude, seiner Nutzung und den dort beschäftigten Personen berücksichtigt werden, da nicht jede Löschanlage für jede Einrichtung geeignet ist. Soll eine Gaslöschanlage installiert werden, wird diese in Abstimmung mit der gesamten technischen Gebäudeausstattung errichtet. Das perfekte Zusammenspiel aller technischen Einrichtungen bildet die Grundlage für den idealen Schutz Ihrer Räume.

 

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