Ökodesign Richtlinie, ErP-Richtlinie, Energielabel

von Christian Bähr

 

Seit dem 26. September 2015 ist die Ökodesign-Richtlinie, auch ErP-Richtlinie genannt, in Kraft. Diese von der EU auf den Weg gebrachte Richtlinie sieht unter anderem vor, dass energierelevante Produkte (Energy related Products) für Gebäudeinstallationen mit einem Energielabel versehen werden, wie man es bereits von Elektrokleingeräten wie Fernsehern und Waschmaschinen kennt. Ziel der Richtlinie ist es, den Energiebedarf in Gebäuden zu senken, den Klimaschutz voranzutreiben und dem Verbraucher die Entscheidung für ein bestimmtes Produkt zu erleichtern. In der gesamten EU entfallen ca. 30 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs auf Heizungen und Anlagen zur Warmwasserbereitung in Privathaushalten. Dieser Verbrauch soll gesenkt werden, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren und die gesetzten Klimaschutzziele der EU zu erreichen.

 

ErP-Richtlinie betrifft zahlreiche Produkte

Von der neuen Ökodesign-Richtlinie sind erstmals auch gebäudetechnische Einbauten betroffen. Seit ihrem Inkrafttreten dürfen keine Geräte mehr in den Handel gebracht werden, die nicht den Anforderungen an Umweltentlastung und Energieverbrauch entsprechen. Die Einhaltung der EU-Richtlinie wird durch die CE-Kennzeichnung vom Hersteller bestätigt. Betroffen von der ErP-Richtlinie sind:

  • Warmwasserspeicher
  • Raumheizgeräte mit einer Leistung ≤ 400 kW
  • Kombiheizgeräte mit einer Leistung unter ≤ 400 kW einschließlich Verbundanlagen aus Raumheizgeräten/Kombiheizgeräten, Temperaturreglern und Solareinrichtungen
  • Heizgeräte mit Kraft-Wärme-Kopplung und einer elektrischen Leistung ≤ 50 kW

 

Die Maßnahmen gelten nicht für:

  • Heizgeräte, die auf fester oder gasförmiger Biomasse basieren
  • Luft- oder dampfbetriebene Heizungen
  • Raumheizungen über 400 kW • Warmwasserspeicher mit mehr als 2.000 Liter Volumen
  • Thermische Solarkollektoren

Energieeffizienzlabel erleichtert die Beurteilung von energierelevanten Produkten

Die Einführung von Energieeffizienzlabels soll dem Verbraucher helfen, energiesparende Geräte zu finden. Die Unterteilung der Energieeffizienzklassen reicht von A++ bei Einzelanlagen (bzw. A+++ bei Systemen) bis hin zu G, wobei A++(+) den Wert mit der höchsten Effizienz bezeichnet und G eine mangelnde Effizienz dokumentiert. Bei Ausstellungsgeräten muss das Energielabel deutlich sichtbar am Gerät angebracht werden, bei Bestellungen über das Internet muss das Label im Datenblatt vermerkt sein. Unterschieden wird zwischen Produkt- und Systemlabeln: Einzelprodukte wie ein Raumheizgerät bekommen ein Produktlabel. Systemlösungen, die zum Beispiel sowohl Wärme als auch Warmwasser bereiten, ein Systemlabel. Das Label enthält Angaben zum Hersteller, zum Namen des Produkts, dem Nutzen, den Schallemissionen, dem Gültigkeitsjahr der Verordnung und der Richtliniennummer. Zusätzlich können gerätespezifische Eigenschaften wie die jahreszeitenbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz bei Wärmepumpen angegeben sein. Beim Systemlabel sind zusätzlich alle Einzelkomponenten in ihrer Effizienz aufgeführt sowie Kombinationsmöglichkeiten im Rahmen des Systems. Angaben zur Schallemission entfallen. Insgesamt gibt es zehn verschiedene Labels, die für unterschiedliche Produktgruppen ausgegeben werden und sich inhaltlich entsprechend unterscheiden. Sowohl für Verbraucher als auch für Ingenieure, Installateure und andere mit energierelevanten Produkten arbeitende Personen ergibt sich aus der Ökodesign-Richtlinie die Möglichkeit und auch die Anforderung, besonders energiesparende und umweltschonende Lösungen einzusetzen.

 

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